Affenhirn
Jugendtheaterstück von Mats Kjelbye für alle ab 13 Jahren
Zwei Schüler, Per und Sixten, gehen in die Kirche. Nicht um zu beten. Sie wollen dort ihren Klassenkameraden Svante sehen. Zum letzten Mal. Er wird nämlich am Abend begraben. Er hat sich erschossen.
Daran, dass es so weit gekommen ist, sind die beiden nicht unschuldig. Ehe sie den Sarg auf bekommen, werden sie von einem fremden Mädchen überrascht, Regina. Sie kannte Svante auch. Das heißt, nicht wirklich. Sie haben sich im Online-Chat getroffen, und Svante hat ihr in der schützenden Anonymität des Internets von seiner Verzweiflung als ewig schikanierter Außenseiter in der Klasse erzählt. Und haargenau erklärt, wie er dem allen ein Ende machen will.
Es ist doch alles nicht so ernst gemeint, hat man vielleicht vorher gedacht. „Er hätte sich ja wehren können.“ „Ich dachte, der tut vielleicht nur so.“
Jetzt ist es Ernst, nichts ist wieder gut zu machen, es ist zum Schlimmsten gekommen. Egal, wer wann was ernst gemeint hat oder nicht. Regina zwingt die beiden Jungen in eine Auseinandersetzung über ihren Anteil an der Katastrophe. Aber auch sie muss sich fragen lassen: Warum hast du nichts gemacht?
“Er hat irgendwo was über Affen gelesen. Und wie die, die in der Herde
am tiefsten stehen, ausgestossen werden. Keiner putzt oder kratzt sie. Die hocken
allein, essen als letzte und werden von den anderen gequält. Keiner kümmert sich um sie.
Sie werden krank davon. Genau wie bei uns.
Wenn die Herde beschließen würde, einen von euch auszustoßen,
würdet ihr auch krank werden.”
Es spielen: Nina Tirpitz, Michael Bastian, Kevin Herbertz
Inszenierung: Matthias Folz, Dramarturgie: Carolin Grein
Koprpoduktion mit dem Theater im Pfalzbau
Lehrer-Information:
Bei alle dem ist „Affenhirn“ ein Stück über Mobbing und Gewalt in der Schule, Schülerselbstmord oder auch die Rolle des Internets in der Entwicklung oder Nichtentwicklung von Kindern und Jugendlichen – lauter brisante Themen der jüngsten Zeit.
Mats Kjelbye blättert im Aufeinandertreffen der vier Jugendlichen – der tote Svante im Sarg gehört ganz wesentlich dazu – die Konkurrenz- und Statuskämpfe von Schülern auseinander.Und sie hören nicht auf, wenn der Außenseiter beseitigt ist.
Nach der Vorstellung haben Sie die Möglichkeit, mit Ihren Schülern und den Schauspielern über das Stück zu sprechen !
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